Ergebnisse
Entwurf19. Mai 2019

Diagnose eines kleinen Abhörraums: Eine Raummoden-Fallstudie

Messung eines 4 × 4 × 2,5m großen Raums mit REW und einem kalibrierten Mikrofon - und was die Daten tatsächlich zeigten.

Der Raum: 4m mal 4m, 2,5m Deckenhöhe, eine komplette Glaswand, starre Sperrholzmöbel, keine akustische Behandlung. Gemessen an der üblichen Abhörposition mit einem kalibrierten mini DSP UMIK-1-Mikrofon und REW (Room EQ Wizard).

Das Wasserfalldiagramm zeigte eine Gruppe von Problemfrequenzen bei 30Hz, 50-60Hz, 95-105Hz, 125-135Hz, 150Hz und 162Hz - allesamt im Bass- und unteren Mittenbereich, typisch für einen so kleinen Raum. Die Nachhallzeit (RT60) lag in diesem Band weit über dem Zielwert: bei 250Hz betrug die gemessene Nachhallzeit 1,9 Sekunden gegenüber einem Zielwert von etwa 0,8 Sekunden für einen Abhörraum.

Der Abgleich dieser Spitzen mit den berechneten Raummoden erklärte, warum genau diese Frequenzen problematisch waren: Die 60Hz-Spitze deckte sich mit einem Tangentialmodus (1-1-0), 95Hz mit einem weiteren Tangentialmodus (1-2-0), 128Hz mit einem Axialmodus (3-0-0) und 150Hz mit einem Schrägmodus (1-1-2). Diese Zuordnung zeigt, wohin die Absorption tatsächlich muss - nicht nur, wie viel davon nötig ist.

Noch vor jeder physischen Behandlung verbesserte das Zurückversetzen der Abhörposition um etwa einen Meter die Stabilität im Bereich von 100-120Hz messbar. Der Rest der Lösung erforderte auf den Tangentialmodus abgestimmte Bassfallen in den Ecken sowie breitbandige Paneelabsorption an der Frontwand, um die Axialreflexion zu behandeln.

Adaptiert aus einer Raumakustik-Arbeit, die Philipp während seines Studiums an der BIMM Berlin angefertigt hat.